Hand prüft die Oberseite eines weißen Plattenheizkörpers unter einem Fenster.

Heizung gluckert – Ursachen und erste Schritte

Hände entlüften einen älteren Gliederheizkörper mit einem Entlüftungsschlüssel, während Wasser in einen Becher tropft.
Beim Entlüften entweicht zunächst Luft, anschließend kann Heizungswasser austreten. Illustration wurde mithilfe von KI erstellt.

Wenn die Heizung gluckert, steckt häufig Luft im Heizkörper oder im Heizkreislauf. Ein typisches Begleitzeichen ist ein Heizkörper, der oben kühler bleibt als unten. Oft hilft schon das fachgerechte Entlüften. Kehren die Geräusche jedoch zurück oder fällt der Anlagendruck, reicht diese Maßnahme allein nicht aus.

Warum gluckert die Heizung?

In einer Warmwasserheizung transportiert Heizwasser die Wärme vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern. Befinden sich Luftblasen im Kreislauf, strömt das Wasser nicht mehr überall gleichmäßig. Dabei können plätschernde oder gluckernde Geräusche entstehen. Gleichzeitig verringert sich unter Umständen die Wärmeabgabe einzelner Heizkörper.

Luft kann sich beispielsweise nach dem Austausch eines Heizkörpers, nach Arbeiten an der Anlage oder beim Befüllen des Heizkreislaufs sammeln. Wenn das Gluckern immer wieder auftritt, kommen weitere Ursachen infrage: zu geringer Anlagendruck, eine Undichtigkeit oder ein Problem mit dem Membran-Ausdehnungsgefäß. Welche Ursache vorliegt, lässt sich aus dem Geräusch allein nicht sicher feststellen.

Wichtig: Nicht jedes Heizungsgeräusch entsteht durch Luft. Ein gleichmäßiges Rauschen am Ventil deutet eher auf Strömungsverhältnisse hin. Knackende Rohre können wiederum mit ihrer Wärmeausdehnung zusammenhängen.

Geräusch und Begleitsymptome richtig einordnen

Die folgende Übersicht hilft bei der ersten Einschätzung. Sie ersetzt keine Prüfung der Heizungsanlage.

BeobachtungMögliche UrsacheSinnvoller nächster Schritt
Der Heizkörper gluckert und bleibt oben kühl.Luft im HeizkörperEntlüftungsventil prüfen und bei geeigneter Bauart entlüften.
Mehrere Heizkörper gluckern; der Anlagendruck ist zu niedrig.Luft und/oder zu wenig Wasser im HeizkreisDruck mit den Sollangaben der Anlage vergleichen; bei Unsicherheit Fachbetrieb kontaktieren.
Nach kurzer Zeit gluckert es erneut, der Druck sinkt wiederholt.Undichtigkeit oder Fehler am Ausdehnungsgefäß möglichFachbetrieb mit der Ursachenprüfung beauftragen.
Es rauscht vor allem bei geöffnetem Thermostat.Strömungsgeräusche, Pumpeneinstellung oder hydraulische VerteilungEinstellungen durch den Fachbetrieb prüfen lassen.

Entscheidend ist also nicht nur, wie die Heizung klingt, sondern auch, ob die Heizleistung nachlässt und ob sich der Systemdruck verändert.

Heizkörper entlüften: Die ersten Schritte

Bei einem üblichen, wassergeführten Heizkörper mit dafür vorgesehenem Entlüftungsventil können Bewohner das Entlüften oft selbst übernehmen. Dafür benötigen Sie einen passenden Entlüftungsschlüssel, ein kleines Gefäß und ein Tuch. Die Hinweise der jeweiligen Anlage haben Vorrang.

  1. Heizkörper vorbereiten. Falls Sie die Umwälzpumpe gefahrlos und bestimmungsgemäß bedienen können, schalten Sie sie ab. Drehen Sie die Thermostatventile vollständig auf und warten Sie etwa 30 bis 60 Minuten, damit sich Luft sammeln kann. In einer Mietwohnung ohne Zugang zur Heizungssteuerung dürfen Sie nicht eigenmächtig an der zentralen Anlage arbeiten.
  2. Ventil finden. Das Entlüftungsventil sitzt bei vielen Heizkörpern oben, häufig gegenüber dem Thermostat. Legen Sie ein Tuch darunter und halten Sie ein Gefäß bereit. Öffnen Sie keine Verschraubung, deren Funktion Sie nicht eindeutig kennen.
  3. Luft vorsichtig ablassen. Drehen Sie nur die vorgesehene Entlüftungsschraube mit dem passenden Schlüssel langsam ein Stück auf. Häufig ist zunächst ein Zischen zu hören. Achtung: Austretendes Heizungswasser kann heiß sein.
  4. Ventil wieder schließen. Sobald Wasser ohne hörbares Entweichen von Luft austritt, schließen Sie das Ventil vorsichtig. Drehen Sie die Schraube keinesfalls vollständig heraus und ziehen Sie sie nicht mit Gewalt fest.
  5. Funktion kontrollieren. Stellen Sie die Thermostate wieder wie gewünscht ein und nehmen Sie eine zuvor abgeschaltete Pumpe gemäß Bedienungsanleitung wieder in Betrieb. Prüfen Sie anschließend, ob der Heizkörper gleichmäßig warm wird und das Gluckern verschwunden ist.

Falls mehrere Heizkörper betroffen sind, ist es bei einer Wohnung über mehrere Etagen sinnvoll, unten zu beginnen und zuletzt die oberen Heizkörper zu entlüften. Bei Fußbodenheizungen, Sonderventilen oder zentralen Anlagen ohne zugängliche Entlüftungsstelle sollten Sie keine improvisierten Eingriffe vornehmen.

Warum der Anlagendruck nach dem Entlüften wichtig ist

Beim Entlüften kann neben Luft auch Heizungswasser austreten. Dadurch kann der Druck im geschlossenen Heizkreislauf sinken. Wer Zugang zum Manometer hat, sollte den Anlagendruck vor und nach dem Entlüften mit dem vorgesehenen Bereich aus der Bedienungsanleitung vergleichen.

Es gibt keinen für jedes Gebäude gültigen Druckwert. Der notwendige Druck hängt unter anderem von der Höhe der Anlage und ihrer Auslegung ab. Deshalb ist es keine gute Idee, eine Heizung auf Verdacht auf einen beliebigen Bar-Wert aufzufüllen.

Auch beim Nachfüllen zählt die Wasserqualität. Je nach Anlage gelten Anforderungen an das Füllwasser und an die sichere Trennung von Trinkwasser- und Heizsystem. Fehlen passende Anschlüsse, eindeutige Herstellervorgaben oder Erfahrung, gehört das Nachfüllen in die Hände eines Heizungsfachbetriebs.

In einem Mehrfamilienhaus mit Zentralheizung sollten Mieter den Vermieter oder die Hausverwaltung informieren, wenn der Systemdruck geprüft oder Wasser nachgefüllt werden muss.

Heizung gluckert trotz Entlüften: Was nun?

Verschwindet das Geräusch nur vorübergehend, sollte die Anlage nicht einfach immer wieder entlüftet werden. Wiederholt nachströmende Luft oder ein fortlaufender Druckverlust können auf ein Problem hinweisen, das eine Fachkraft vor Ort prüfen muss.

Ein Heizungsfachbetrieb kann unter anderem kontrollieren, ob Verbindungen undicht sind, das Membran-Ausdehnungsgefäß ordnungsgemäß arbeitet und die Anlage ausreichend mit Heizwasser versorgt wird. Bleibt ein Heizkörper trotz erfolgreichem Entlüften kalt, kommen auch ein klemmendes Thermostatventil oder eine ungünstige hydraulische Verteilung infrage.

Notieren Sie nach Möglichkeit, welche Heizkörper betroffen sind, wann die Geräusche auftreten und ob sich der Druck verändert. Diese Angaben helfen bei der Fehlersuche. Bei sichtbarem Wasseraustritt, auffälligem Druckverlust, Störmeldungen am Wärmeerzeuger oder nicht mehr schließbarem Entlüftungsventil sollten Sie die Anlage nicht weiter selbst bearbeiten und zeitnah professionelle Hilfe holen.

Was Mieter und Eigentümer unterschiedlich beachten müssen

Bewohner einer Mietwohnung können einen dafür ausgelegten Heizkörper in vielen Fällen selbst entlüften. Eingriffe an Heizzentrale, Pumpe, Ausdehnungsgefäß oder Füllarmatur gehören aber nicht zu den üblichen Handgriffen am Heizkörper. Melden Sie anhaltende Störungen dem Vermieter oder der Hausverwaltung und dokumentieren Sie, welche Räume betroffen sind.

Eigentümer einer eigenen Heizungsanlage können zusätzlich den angezeigten Anlagendruck und mögliche Störmeldungen erfassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Einstellung selbst vorgenommen werden sollte. Besonders bei regelmäßigem Druckverlust ist eine fachliche Prüfung sinnvoll, bevor wiederholt Wasser nachgefüllt wird.

Quellen

  • Verbraucherzentrale – Heizung: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen
  • Viessmann – Heizung entlüften: So einfach geht’s!
  • Viessmann – Die Heizung macht Geräusche – was nun?
  • Viessmann – Bei der Heizung Wasser nachfüllen

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